Die Verwirklichung der Vision

1. Okt, 2014

Stefanie Jungbauer | Autorin

„Ich habe mir nie im Leben zugetraut, jemals eine eigene Zeitschrift zu haben“

Vor rund fünf Jahren besuchte Till Kaposty-Bliss das Seminar „Beruf & Berufung I“. Heute ist er Inhaber und Verleger der Berliner Zeitschrift . Im Interview spricht er über die Verwirklichung seines Traumes, über Visionen und Vorbehalte.
Das Interview führte Stefanie Jungbauer

SJ: Herr Kaposty-Bliss, seit Sie das Seminar „Beruf & Berufung I“ besucht haben, ist eine Weile vergangen. Woran erinnern Sie sich trotzdem bis heute?
KB: Ich erinnere mich, dass wir Seminarteilnehmer dazu eingeladen wurden, unsere Träume darzustellen und uns zu erlauben, uns in die Zukunft hineinzuversetzen und auszusprechen, was wir wirklich wollen. Egal, was ich mitteilte, es fühlte sich nie peinlich oder unangenehm an, denn es gab keine Denkverbote. Das Seminar hat für mich DIE Weiche gestellt, um meinen Traum zu verwirklichen, indem es mir den Rahmen geliefert hat, über eine bestimmte berufliche Vision nachzudenken, diese konkret zu formulieren und sogar aufzumalen. Das fand ich toll!

Sie haben damals also eine berufliche Vision entworfen?
Genau! Alexandra Schwarz-Schilling, eine unserer Seminarleiterinnen, erklärte, wir sollten uns vorstellen, eine Vision sei wie ein Bild in der Zukunft, an dem ein unsichtbarer Faden hängt. Und an diesem Faden ziehen wir uns in die Richtung des Bildes. Das fand ich sehr plastisch und plausibel. Das Bild meiner Vision, das ich im Seminar gemalt hatte, lebe ich heute und es ist sogar viel früher eingetreten, als ich erwartet hatte.

Wie sah Ihre berufliche Vision denn aus?
Ich bin Inhaber einer Zeitschrift und habe einen eigenen Stand auf der Frankfurter Buchmesse!

Das klingt nach einer großen Vision. Wie kamen Sie darauf?
Seit meiner Kindheit bin ich ein großer Sammler von Zeitschriften und interessiere mich für Verlage. Das war wie ein Hobby für mich. Aber ich habe mir nie im Leben zugetraut, jemals eine eigene Zeitschrift zu haben. Das habe ich immer als versponnene Träumerei abgetan. Ich dachte: „Wie soll das gehen? Wie willst Du das schaffen? Du hast kein Geld! Träumen kannste viel!“ Und dann, nach den zwei Seminartagen, war mir plötzlich vollkommen klar: Ich will einen eigenen Verlag!

Sie hatten sich also vom Träumer in Richtung Macher bewegt.
Ja, denn nach dem Seminar war mein Wunsch so stark und konkret, dass ich dachte, es geht nicht darum, was ich nicht will, sondern darum, was ich will. Das Seminar hat mich dazu ermutigt und beflügelt.

Wie ging es danach weiter?
Es ging hoch und runter. Als ich aus dem Seminar kam, war ich zwar hoch motiviert, aber es war mir überhaupt nicht klar, in welche Richtung ich meine Fühler ausstrecken sollte. Das Aha-Erlebnis kam erst ein Jahr später, in Form eines Telefonanrufs. Seitdem lebe ich meinen Traum!

Der Weg dahin war sicherlich nicht immer einfach?
Nein, vor allem, wenn man bedenkt, dass es mir vor fünf Jahren sehr schlecht ging und ich gefühlt vor einer Wand stand. Beruflich und privat war ich total unzufrieden und wusste nicht weiter. Ich war als Grafiker tätig und das einzige, was ich wusste, war, dass ich das nicht weiter machen will. Zehn Jahre lang habe ich Reiseprospekte und anderes Werbematerial gemacht und ich dachte: „Wenn das noch ein paar Jahre so weiter geht, dann drehe ich durch.“ Damals hat mich eine Freundin auf die Coaching Spirale aufmerksam gemacht. Ich habe das Seminar „Beruf & Berufung I“ gebucht, ohne zu wissen, was mich genau erwartet. Meine Vorbehalte hatte ich hinten angestellt.

Sie hatten Vorbehalte?
Ich hatte damals große Probleme mit dem Gedanken, psychologisch fundierte Dinge auszuprobieren. Das fühlte sich wie Versagen an.

Trotzdem haben Sie am Seminar teilgenommen.
Ja, und ich würde es wieder tun. Zusätzlich hatte ich Einzelcoaching-Sitzungen bei Alexandra Schwarz-Schilling. Ich habe mich selbst besser kennengelernt und sie hat mir einen Weg gezeigt, wie ich Vertrauen finden kann, Dinge aus dem Bauch heraus zu entscheiden.

Sie haben zuvor ein Aha-Erlebnis erwähnt. Worum ging es dabei?
Ein Jahr nachdem ich das Seminar besucht hatte, gab es eine schöne Fügung: Ich bekam einen Anruf von einer Zeitschrift, die ich abonniert hatte und wurde gefragt, ob ich mir vorstellen könne, für sie als Grafiker zu arbeiten. Aus dem Bauch heraus habe ich „ja“ gesagt, weil ich total Lust auf diesen Job hatte! Anderthalb Jahre später, das war 2013, stand die Zeitschrift – es war DAS MAGAZIN – zum Verkauf. Ein Kollege und ich sagten – wieder aus dem Bauch heraus – „wir kaufen sie!“

Der Bauch hat also über Ihren Kopf gesiegt?
Das kann man so sagen. Alle meine Bauchentscheidungen waren an sich richtig. Mein Kopf hatte mir früher immer gesagt: „Oh Gott, so was kann ich nicht! Mach das nicht!“ Seitdem ich das abschalte, geht es mir gut. Grundsätzlich denke ich auch bei vielen Dingen positiver und habe ein Grundvertrauen ins Leben entwickelt. Anstatt mir Angst zu machen, denke ich heute: „Das klappt schon, das wird.“ Und wenn es nicht klappt, dann hat es auch einen Grund. Aber erst einmal gehe ich davon aus, dass es klappen wird. Bei manchen Dingen habe ich zwar trotzdem ein bisschen Angst, schließlich hatte die Entscheidung, DAS MAGAZIN zu kaufen, eine gewisse Tragweite. Aber ich habe es nie bereut.

Woran machen Sie fest, dass Sie heute Ihre Berufung leben?
Daran, dass ich in einem Bereich arbeite, den ich selbst gewählt habe, der mir Spaß macht und bei dem ich tolle Menschen kennenlerne. Ich bin Chef eines Unternehmens, habe großen Gestaltungsspielraum und bin zugleich in ein Team eingebunden. Das ist schön! Ich bin da, wo ich hin wollte und mache etwas, das mir grundsätzlich Spaß macht. Darum ist es auch nicht schlimm, wenn mal was Frustrierendes passiert. Früher hat mir meine Arbeit keinen Spaß gemacht und war auch manchmal frustrierend – das war doppelt belastend. Heute ist das zum Glück anders. Noch dazu verdiene ich wesentlich mehr Geld als noch vor ein paar Jahren.

Das klingt nach einer runden Sache. Haben Sie noch einen Tipp für unsere Leser, wenn diese ihre Berufung verwirklichen möchten?
Es ist wichtig, eine Vision zu entwickeln. Mir ist erst nach dem Seminar aufgefallen, dass ich in anderen Bereichen bereits unbewusst mit Visionen gearbeitet hatte. Doch in beruflicher Hinsicht war das bis zu dem Zeitpunkt nicht der Fall. Und genau das hat mir so sehr geholfen, dass ich eingeladen wurde, eine Vision von mir und meinen beruflichen Träumen zu entwerfen. Das war quasi der Grundstein für meine weitere Entwicklung. Außerdem ist es wichtig, offen zu sein und in sich hinein zu horchen, wenn es eben nicht rund läuft im Leben. Dass man dann seine Vorbehalte gegenüber möglichen Hilfestellungen über Bord werfen und die Hilfe annehmen kann. Im Grunde weiß ja jeder selbst, wo der Hase lang laufen soll oder wo er eben in die falsche Richtung läuft. Es war ein langer Weg, aber er hat sich gelohnt.

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