Übergänge gestalten ist Lernzone

| von Christin Colli

Alles begann mit einer deftigen Mieterhöhung letzten Sommer. Zuerst glaubten wir, in Verhandlung gehen zu können, da wir den Höfen am Osthafen in Kreuzberg über neun Jahre viel Publikum gebracht haben und damit den Bekanntheitsgrad dieser enorm erhöhten. Jedoch stellte sich heraus, dass es überhaupt gar keinen Verhandlungsspielraum gab. Also fragten wir uns: Wozu haben wir diese Situation? Wir erlaubten uns einzugestehen, dass eigentlich die Räume für unsere Bedürfnisse zu klein und unflexibel waren. Sie waren wunderschön, uns lieb und vertraut über die Jahre geworden und wir hatten uns in dieser Komfortzone eingerichtet. Nun war allerdings abzusehen, dass der Preis, den wir dafür bereit waren zu zahlen, nicht mehr mit den Forderungen der Vermieter übereinstimmte und es offenbar Zeit wurde, uns nach neuen passenderen Räumen umzusehen. Dies brachte uns schlagartig in die Lernzone. Im Dezember unterzeichneten wir schließlich den neuen Mietvertrag. Ende März 2017 zogen wir um. Nach 4 Monaten sind wir eingerichtet und angekommen.

Ebenfalls seit Sommer letzten Jahres stellten wir parallel alles auf den Prüfstand, was mit Büroorganisation und Marketing zu tun hatte. Kurzum kann man sagen, beide Bereiche hinkten der Professionalität unserer inhaltlichen Coachingarbeit hinterher. Wir fanden eine neue IT-Lösung, die uns wochenlang keinen verlässlichen Zugriff auf unsere Daten brachte, aber jetzt, da es funktioniert, unser Leben leichter macht. Wir eröffneten einen eigenen Youtube-Kanal und produzierten Videos. Gerade investieren wir viel Zeit und Energie in eine neue Webseite.

Dazu gehörte auch, dass wir uns als Geschäftsführung in einen Reflexionsprozess begaben und uns eingestanden, was nicht funktionierte. Wir gingen bereitwillig in die Konfliktzone in der Absicht, die beste Lösung für die Coaching Spirale und für jede von uns Dreien zu finden, egal was es bedeuten würde. Wir wertschätzten gegenseitig die Ressourcen und Qualitäten, die jede in der anderen sieht und den unterschiedlichen Beitrag, den jede für unser Ausbildungsinstitut brachte. Wir erforschten, was in Zukunft jede einzelne in ihrem Leben verwirklichen will, ob und in welcher Form die Coaching Spirale dafür der geeignete Platz ist. Im Ergebnis dessen hat sich Sandra entschieden, zum Ende August als Geschäftsführerin und Anteilseignerin auszuscheiden und sich mit ihrem neugegründeten „Wandel Institut“ selbständig zu machen. In ihrer Rolle als Ausbilderin und Seminarleiterin wird sie uns auch zukünftig als Kooperationspartnerin erhalten bleiben.

Ab August übernimmt federführend Jutta Kohlberg unser Büromanagement. Praktikanten unterstützen uns im Backoffice.

Nach gut einem Jahr in der Lernzone nähern wir uns nun der Ergebniszone. Neue Strukturen beginnen zu tragen und wir haben viel gelernt. Uns ist wieder einmal bewusst geworden, dass man Dinge immer wieder auf den Prüfstand stellen muss, dass es Mut und Vertrauen erfordert, sich in die Lernzone zu begeben, denn wir können nur bedingt vorhersehen, was sich zeigen wird. Übergänge wollen gestaltet werden und erfordern Arbeit, doch der Lohn ist, dass es danach mit neuer Energie weitergehen kann.

„Jedem Neuanfang wohnt ein Zauber inne,

der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,

An keinem wie an einer Heimat hängen,

Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,

Er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten.“

(Quelle: Auszüge aus Stufen von Herman Hesse)

1 Kommentar

Ranny Rüther |

Gestattet mir, Euch für Eure neu entdeckten Konflikt, Lern- und Ergebniszonen meine Anerkennung zum Ausdruck zu bringen. Da jedem Neuanfang bekannterweise auch der Zauber eines Abschieds innewohnt, den Ihr in dieser Zeit praktiziert, sei an dieser Stelle vor allem ein dickes Dankeschön an Sandra gesagt - für all´ die gute Zeit, die Inspirationen und die Begleitung so wichtiger Prozesse. Und ich mag mich dem voran zitierten Gedicht anschließen mit den im selbigen letztgenannten Worten:
„Wohlan denn, Herz, nimm´ Abschied und gesunde!“

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