Die "richtige" Entscheidung

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Ständig sind wir aufgefordert Entscheidungen zu treffen. Von der relativ einfach anmutenden Kaufentscheidung im Supermarkt oder Geschäft bis hin zu hochkomplexen Entscheidungen über das nächste Investitionsprojekt, den „richtigen“ Arbeitsplatz, einen Wohnortwechsel oder wie es in der Partnerschaft weitergehen soll. Entscheidungen fällen macht einen Großteil unseres Lebens aus.

Manche Menschen tun sich damit leicht, andere verbringen viel Zeit damit sich mit einer Entscheidung zu quälen bzw. die Entscheidung vor sich herzuschieben und eventuell zu warten, bis sich die Dinge „von selbst regeln“. Die positive Absicht dahinter ist, sich möglichst viele Optionen offen zu halten. Dummerweise führt genau diese Haltung aber oft zu Stillstand.

Alle unsere Entscheidungen haben Konsequenzen

Tatsache ist, dass es weniger die „richtige“ und die „falsche“ Entscheidung gibt, sondern, dass alles was wir tun Konsequenzen hat. Treffe ich Entscheidung A hat es andere Konsequenzen als wenn ich Entscheidung B treffe. Entscheiden wir uns nicht, hat das dummerweise auch Konsequenzen. Diesen Punkt übersehen wir gerne. Was macht es also so schwierig sich zu entscheiden?

Eins der größten Hemmschuhe ist die Befürchtung es könnte die „falsche“ Entscheidung sein und das möchte man auf gar keinen Fall. Also möchte man vorher wissen, was die richtige Entscheidung sein würde, um diese dann treffen zu können. Genau das ist vorher aber nicht abschätzbar. Erst im Nachhinein wird sich herausstellen, ob die Entscheidung gut oder weniger gut für einen war, sprich, ob man sich mit ihr wohlfühlt oder nicht.

Nachdenken hilft nur bedingt – die richtige Entscheidung will gefühlt werden

Die „richtige“ Entscheidung ist immer die, mit deren Konsequenzen ich mich langfristig wohl fühlen werde. Tatsächlich geht es also um ein Gefühl. Dies gibt uns schon den ersten Hinweis auf einen möglichen Umgang mit Entscheidungssituationen.

Solange ich vor der Entscheidung stehe, werde ich nicht wissen, was ich tun soll. Die Gedanken springen von Entscheidung A zu Entscheidung B und wieder zurück. Das kann lange so gehen und ich komme nicht weiter. Der Punkt ist tatsächlich, dass ich um eine Entscheidung treffen zu können in Kontakt kommen muss mit den Gefühlen, die mit den Konsequenzen verbunden sind. Solange ich darüber nachdenke, was die richtige Entscheidung sein könnte, ist aber genau das unmöglich.

Die Entscheidung innerlich vorwegnehmen

Die Lösung besteht darin tatsächlich eine Entscheidung zu treffen. Anstatt gedanklich zwischen den Wahlmöglichkeiten hin und her zu springen und jeweils Vor- und Nachteile gegeneinander abzuwägen, empfiehlt es sich, sich innerlich für eine der Wahlmöglichkeiten zu entscheiden und sich dann Zeit zu geben, um mit den dazugehörenden Gefühlen in Kontakt zu kommen. Diese Gefühle gilt es zu erspüren und von Gedanken (Zweifel, Sorgen, Bedenken) unterscheiden zu lernen.

Ist die Entscheidung die für mich „richtige“ werden sich Gefühle wie Erleichterung, Befreiung und das Gefühl auf dem richtigen Weg zu sein breit machen. Dennoch kann es sein, dass meine Denkgewohnheiten mir diese guten Gefühle durch Zweifel und Bedenken zu vermiesen suchen (besonders, wenn diese Entscheidung mit großen Veränderungen einhergeht).

Unsere Gefühle schöpfen aus einem großen Erfahrungsreservoir

Ist die Entscheidung die für mich „falsche“ werde ich ebenfalls bald mit den dazugehörigen Gefühlen in Kontakt kommen. Sie sind gekennzeichnet von dem Gefühl der Resignation und des Niedergedrückt Seins oder der Perspektivlosigkeit oder Traurigkeit. Die Gedanken kreisen dann darum, dass es aber doch eine vernünftige Entscheidung ist und wir sind bemüht der Entscheidung gedanklich etwas Gutes abzugewinnen. 

Die Erfahrung und auch die modernen Forschungen in diesem Bereich zeigen, dass es sich lohnt Gefühle und Gedanken auseinander zu halten und gerade bei wichtigen und komplexen Entscheidungen seinen Gefühlen zu vertrauen. Das liegt daran, dass unsere Gefühle aus einem sehr großen Erfahrungsreservoir schöpfen. Da dieses zum größten Teil unbewusst ist, halten wir es in Entscheidungssituationen nicht für kompetent. Das Gegenteil ist richtig. Der Versuch über den bewussten Verstand die richtige Entscheidung zu treffen ist schlicht eine Überforderung, da seine Kapazität begrenzt ist. Er kann nur relativ wenige Informationen gleichzeitig verarbeiten. Deswegen ist der Zugriff auf den viel größeren Verarbeitungsspeicher in unserem Unbewussten notwendig. Rein verstandesmäßig entscheiden zu wollen kommt unserem Kontrollbedürfnis entgegen und führt jedoch häufig zu Umwegen, da sich langfristig unsere Gefühle so gut wie immer durchsetzen.

 

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