Von der Raupe zum Schmetterling

| von Alexandra Schwarz-Schilling

von Hanna Drechsler,  Absolventin der 24. Coachingausbildung 1

 

Wenn die Raupe bereit ist ein Schmetterling zu werden, spinnt sie sich in einen Kokon ein. Ganz allmählich zieht sie sich zurück in ihre dunkle Hülle. Deckt sich zu, Stück für Stück, kehrt in sich ein.

Und was dann geschieht, gleicht einem Wunder! Die Raupe wandelt sich und etwas Neues, eine bisher verborgene Facette ihrer selbst, kommt zum Vorschein. Ein Teil von ihr, der bisher unsichtbar, aber immer da war.

Biologisch betrachtet bildet die Raupe neue Zellen, die ihren Körper nach und nach in ihre Einzelteile zersetzen und ein neues Wesen formen. Wissenschaftler nennen diese Zellen „imaginative Zellen“, weil sie bereits die Informationen und Strukturen beinhalten aus denen sich einmal der Schmetterling bilden wird. Man könnte auch sagen die neuen Zellen haben eine andersartige, ganz besondere Energie – sie schwingen auf der Frequenz der Zukunft.

Bis das Wunder eines Tages soweit ist: Der Kokon wird zu eng und ein wunderschöner Schmetterling schlüpft ins Freie. Er schnuppert den kühlen Sommermorgen, entfaltet seine bunten Flügel und schwebt neugierig in die Welt.

Für mich ist dies eine sehr berührende Geschichte wie die Natur uns ganz selbstverständlich vormacht, was wir selbst auch gern könnten – wenn wir uns wie Raupen fühlen aber gerne Schmetterlinge wären.

Und wir können es! Die Geschichte gibt uns die Gewissheit, dass alles, was in der Zukunft sein wird, wovon wir träumen, was wir uns wünschen und erhoffen, in der Gegenwart bereits vorhanden ist. Alles ist jetzt schon da. Die Raupe wird immer zum Schmetterling und den Schmetterling gäbe es nicht ohne die Raupe. Auch uns können bunte Flügel wachsen mit denen wir über uns hinaus fliegen und die Welt leicht und frei erkunden können.

Die Raupe macht es uns vor: Wenn wir unsere innere Welt verändern, wandelt sich auch unsere äußere Welt. Alles hat seine Zeit. Wir dürfen vertrauen, dass die Informationen, die wir für die Entfaltung der Zukunft – dem schönsten Leben, das wir uns vorstellen können -  sich entwickeln werden und sich uns Stück für Stück offenbaren. Unser persönlicher Wandel geschieht, wenn wir bereit sind „ja“ zu sagen, zu uns als Ganzes – als Raupen und als Schmetterlinge. Zu uns mit unserem Licht und unserem Schatten, unserem Mut und unserer Angst, unserer Klarheit und unseren vielen Fragen. Wenn wir anerkennen, wer wir jetzt sind und uns erlauben, wahrhaftig zu sein, uns zu lieben, wie wir sind, dann kann Veränderung entstehen und wir erwachen zu neuen Möglichkeiten.

Wir dürfen unseren Kokon abwerfen, loslassen, was uns nicht dient. Wir dürfen aufhören gegen uns zu kämpfen und vertrauen! Vertrauen ins Leben und dass es uns trägt. Vertrauen, dass das Leben immer für uns ist, denn wir sind Raupen, die bestimmt sind Schmetterlinge zu sein.

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