Aufstellungsarbeit

1. Okt, 2012

Inzwischen haben viele Menschen zumindest schon von systemischen Ausfstellungen gehört. Immer mehr Menschen haben diese Arbeit auch schon selber erfahren. Vielleicht als Person, die selber das für sie zu klärende System aufstellt oder als Person, die diesen Klärungsprozess als „Stellvertreter“, wie es im Fachjargon heißt, unterstützt.

Systemische Aufstellungsarbeit empfiehlt sich immer dann, wenn „im System“ der Person, eine Dynamik wirkt, die sich Ihrem direkten Zugriff entzieht. Vielleicht hat sie versucht, die Zusammenhänge zu analysieren und auch schon manches verändert, aber etwas an der Situation, etwas Grundlegendes, ist immer noch ungelöst und wirkt weiter.

Aufstellungsarbeit ist ein hervorragendes Instrument, um in kurzer Zeit die Dynamik und die verborgenen Lösungspotentiale in einer Konstellation sichtbar zu machen, weil sie auf einfache Weise die komplexen Zusammenhänge und Wechselwirkungen unmittelbar abbildet. Die Konstellation, um die es geht, kann familiär sein, sie kann Konstellationen zwischen Freunden betreffen oder für Klärung in beruflichen Kontexten genutzt werden.
Die erste Form der Aufstellungsarbeit war die systemische Familienaufstellung. Inzwischen hat sich die Aufstellungsarbeit vielfältig weiter entwickelt und auch unterschiedliche Varianten hervorgebracht. Im Folgenden beschreiben wir unsere Form der Aufstellungsarbeit.

Der Prozess beginnt damit, dass die Person, die aufstellen möchte, das Problem oder Thema, das sie bearbeiten möchte, kurz umreißt und die daran beteiligten Personen benennt. Sie wählt dafür Stellvertreter aus dem Kreis der Anwesenden und gibt ihnen knappe Informationen über sie und darüber welche Verbindung zum Aufsteller besteht. Diese kurze Darstellung beschränkt sich auf Fakten. Grundsätzlich sind die anwesenden Personen bereit, sich als Stellvertreter zur Verfügung zu stellen. Wenn sie vom Aufsteller konkret gefragt werden, ob sie bereit sind für eine bestimmte Person Stellvertreter zu sein und ein klarer Impuls auftaucht, dies nicht sein zu wollen, haben sie in dem Moment immer auch die Möglichkeit „nein“ zu sagen. Der Aufsteller bittet dann eine andere Person.

Sind alle Stellvertreter gewählt und wissen nun holzschnittartig „wer sie sind“, dann beginnt die eigentliche Aufstellung. Sowohl der Aufsteller selbst als auch die Stellvertreter stellen sich im Raum zueinander auf, so wie sie es spüren. Dadurch wird das Beziehungsgefüge untereinander sichtbar. Wir machen in unserer Arbeit vorhandene Verstrickungen zwischen den Beteiligten zusätzlich mit echten Stricken sichtbar.

Die Herausforderung dabei: Um von dieser Methode zu profitieren, müssen die beteiligten Personen den logischen rationalen Verstand als Alleinherrscher über Erkenntniswege und Problemlösungen absetzen. Bei der Aufstellungsarbeit sind wir gefragt, ganz konkret zu spüren und unseren körperlichen Impulsen zu vertrauen, so abwegig sie zunächst scheinen mögen.

Dieses Spüren ergänzt das Potenzial logischen Denkens und linearer Analyse um das verborgene Wissen und die versteckte Information, die im ganzen System bereits vorhanden ist. Das ist der eigentliche Schatz, den es zu heben gilt. Die Stellvertreter zapfen dieses Informationsfeld des ganzen Systems an, ohne zu wissen wie. Sie spüren in sich hinein. Ihre Impulse führen sie zu dem was gesagt und/oder gehört werden möchte und die eigentliche Klärung beginnt. Das vermeintlich „Ungelöste“, wird durch die Aussprache der Beteiligten verständlich. Die zuvor unvollständige Kommunikation – alles was bisher in der tatsächlichen Konstellation noch nicht ausgesprochen und auch noch nicht gehört wurde – kann nun erfragt und ausgetauscht werden. So erhält der Aufsteller wichtige Informationen über Perspektiven und Gefühlslagen der anderen Beteiligten. Er kann konkrete Fragen stellen und er kann selber Dinge aussprechen, die es ihm ermöglichen, die Verstrickung buchstäblich zu lösen. Oft werden Missverständnisse aufgeklärt, die durch mangelnde Kommunikation vielleicht sogar schon vor sehr langer Zeit entstanden sind.

Wenn alle Stricke gelöst sind und die Beteiligten spürbare Erleichterung erfahren haben, richtet der Aufsteller die Beziehungskonstellationen so aus, dass er sich für die Zukunft unterstützt und gewappnet fühlt. Dafür sucht der Aufsteller einen Platz im Raum, der für ihn Zukunft versinnbildlicht. Die Stellvertreter positionieren sich ebenfalls neu, entsprechend des geklärten Beziehungsgefüges. Hier wird sichtbar, wie sich die Beziehungen zwischen den Beteiligten von belastenden Verstrickungen in unterstützende oder zumindest neutrale Verbindungen wandeln.

Die Erfahrung, die der Aufsteller in der Aufstellung gemacht hat wirkt auch nach der Aufstellung weiter. Obwohl die meisten der betroffenen Personen ja nicht selber anwesend waren, scheint die neue Information im Feld des Systems angekommen zu sein. Häufig kommt es danach auch im realen Leben zu klärender Kommunikation. Manchmal ist das nicht mehr möglich, weil die Personen, um die es ging, nicht mehr leben.
Für die Person, die aufstellt ist es unerheblich, ob die Kommunikation mit der echten Person oder mit einem Stellvertreter stattgefunden hat. Das Gehirn reagiert gleich. Entscheidend ist, dass bestimmte Dinge ausgesprochen und / oder gehört wurden.

Aufstellungsarbeit hat schon vielen Menschen geholfen bestimmte Blockaden endgültig aufzulösen, aufgestauten Groll loslassen zu können und / oder die Liebe zu bestimmten Personen wieder zu entdecken. Wir bieten regelmäßig systemische Aufstellungen an. Im November bieten wir zum ersten Mal auch eine Weiterbildung zum systemischen Aufsteller an.

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