The Journey – eine magische Reise

7. Jan, 2019

Ein Jahr lang hatten wir uns auf The Journey, eine intensive Selbstermächtigungsreise im magischen Norden von Chile im Valle del Elqui, vorbereitet. Alle waren Pioniere – sowohl wir mit den TeilnehmerInnen als auch unser Team vor Ort, Alejandra und Roberto, in deren Bed & Breakfast wir uns eingemietet hatten. Beide haben weit mehr Betreuung durch Aktivitäten und Service geboten, als nur die Unterkunft.

Unser gesamtes Programm fand immer unter freiem Himmel statt, im Schatten unter wunderschönen Bäumen, immer mit Blick auf Mamalluca, dem Berg, der mich vor einem Jahr zu dieser Idee inspiriert hatte, ein intensives Ankommen bei sich selbst und ein Fokussieren auf das Wesentliche hier an diesem Ort zu ermöglichen. Ich machte diese Erfahrung dort und wollte diesen Rahmen auch für andere bieten.

Abends saßen wir unter dem klaren tausendvollen Sternenhimmel. Der Aufgang des Vollmondes hinter den Bergen löste immer wieder Euphorie in uns aus. Bei Lagerfeuer mit Gesang und Ritualen tauchten wir tief ein in uns selbst, verbanden uns gleichzeitig mit der Erde und fühlten uns nah miteinander. Wir haben getanzt und gelacht. Wir sind zusammen durch eine intensive Zeit gegangen. Viele Themen zeigten sich. Vollständigkeit mit der Vergangenheit herzustellen, war ein Thema für das Coaching. Dazu machten wir eine Aufstellung. Diese war sehr emotional und hat für alle Heilung auf unterschiedliche Weise für das Vaterthema gebracht. Wir haben immer wieder geforscht: Was ist überhaupt wirklich wesentlich? Was wünscht sich jeder in Bezug auf Arbeit, Beziehung, Körper und sein Zuhause? Um dem Wesentlichen auf die Spur zu kommen, gab es auch eine Parabel.

Sie berichtet von einem Schüler, der von seinem im Himalaja lebenden Meister lernen möchte, worin das Wesen der Dinge besteht. Viele Male wird er dazu von ihm auf den Berg geschickt und nach seiner Rückkehr vom Meister befragt, was er wohl über das Wesen der Dinge gelernt hat. Und viele Male klagte der Schüler, mal über das eine und dann über das andere, z. B. das schlechte Wetter, dann, dass er wegen des Regens ins Rutschen kam, dass alles so beschwerlich war u.v.m. Jedes Mal nach solcher Art Antwort wurde er von seinem Meister wieder auf den Berg geschickt. Erst als er schließlich auf die übliche Frage des Meisters antwortete: „Nun, Steine sind hart und Wasser ist nass.“, gratulierte ihm sein Lehrer, denn er hatte endlich herausgefunden, was das Wesen der Dinge ist. Wenn man die Botschaft dieser kleinen Geschichte verinnerlicht, dann ist sie auch eine Brücke, um Vollständigkeit mit Personen oder Situationen herzustellen. Dies wendeten wir in einer Übung an, die stark verkürzt folgendermaßen ablief: Jeder Teilnehmer wählt sich eine Person aus seinem Leben, die schnell seine „Knöpfe“ drücken kann. Das ist immer ein Zeichen davon, dass etwas unvollständig ist mit dieser Person. Wir wollen auf keinen Fall an sie denken, tun es aber doch und es sind nicht gerade Komplimente, die uns in dem Zusammenhang einfallen. In der Übung sagte man: „Steine sind hart, Wasser ist nass und z. B. Peter ist Peter und ich bin ich.“ Im Kern macht es klar, dass alles, was wir wahrnehmen, von uns interpretiert wird. Durch diese Interpretationen wird jedoch manchmal vom Wesentlichen abgelenkt, denn sie führen oft zu Gefühlen, die wir nicht haben wollen, weil sie sich scheinbar verselbständigen und uns dominieren. Das geschieht unabhängig davon, ob die Interpretationen stimmen oder nicht – es gibt im Grunde gar keine objektive Wahrheit. Das subjektive Interpretieren führt zur subjektiven Wahrheit, die wiederum zu bestimmten Gefühlen führt. Jeder bekommt bestätigt, was er erwartet. Es ist aber auch klar, dass wir interpretieren müssen, um uns in dieser Welt zurecht zu finden. Jedoch können wir lernen, weniger gegen uns und mehr für uns zu interpretieren. Tatsachen auf das Wesentliche zu reduzieren. Es bedeutet, das Urteilen zu verlangsamen und nicht so schnell zu (ver)urteilen. Außerdem war diese Übung eine gute Einstimmung für die wohl intensivste und nachhaltigste Erfahrung in den Tagen der Journey – die Besteigung von Mamalluca.

Dieser Berg ist ca. 2.100 m hoch. Mit einem Führer sind wir in aller Frühe aufgebrochen, um den größten Teil des Aufstieges im Schatten zu vollziehen, was uns gelungen ist. Schon der Aufstieg hat zum Teil intensive Prozesse in Gang gebracht. Plötzlich gab es keinen Weg mehr. Wir mussten uns über Felsgestein, an Kakteen mit langen Stacheln vorbei, einen Weg nach oben bahnen. Es hatte auch keinen Sinn, in die Fußstapfen des Vorgängers zu treten – jede Person musste ihren eigenen Weg aufwärts finden. So kletterten wir – manchmal auf allen Vieren – den Berg hinauf. Von außen waren alle mit der gleichen Sache beschäftigt, jedoch war jeder für sich in einer ganz eigenen Welt. Der Berg war einfach nur da – doch er konfrontierte gnadenlos, worauf wir normalerweise unseren Fokus richten, wie wir mit Situationen umgehen, auf die wir so nicht vorbereitet sind, wie wir unter Stress denken, fühlen und handeln. Wie gehen wir damit um, wenn es nicht läuft, wie geplant? Fokussieren wir auf das, was alles Furchtbares passieren könnte oder erlauben wir uns, mit dem verbunden zu bleiben, was wir erfahren wollen? Wie sind wir mit den anderen im Team: ziehen wir uns zurück oder bleiben wir offen und im Austausch mit den anderen, sind unterstützend und unterstützbar und in welchem Moment? Wie schlimm muss es uns gehen, bis wir bereit sind, Unterstützung anzunehmen?

Normalerweise erwartet man, dass es beim Abstieg von einem Berg leichter wird. Bei Mamalluca war es das Gegenteil. Nachdem wir oben auf dem Berg die herrliche Aussicht und den Wind genossen hatten, folgten 5 Stunden hinunter. Es war möglich, auf Füßen und Händen hinauf zu krabbeln, jedoch war es abwärts nicht so einfach. Jeder Schritt musste wohl überlegt sein und trotzdem kam jeder mal ins Rutschen. Die Sonne brannte, es gab nichts, woran wir uns hätten festhalten können, und der Berg war steil. Wer ins Fallen kam, hatte nur zum Ziel, den Kaktus zu vermeiden. Und jeder rutschte mal hier und fiel mal da. Nicht immer gelang es, die Kakteen zu verfehlen. Auch war es wichtig, als Gruppe zusammenzubleiben, da man sich schnell verlieren konnte und es ja keinen Weg gab, dem wir einfach folgen konnten. Gleichzeitig war es genauso wichtig, jedem sein eigenes Tempo zuzugestehen, da Druck alles noch mehr verzögern würde und zu Verletzungen führen konnte. Das bedeutete auch, dass wir immer wieder warten mussten. Warten kann auch intensive Prozesse in Gang bringen. Als wir schließlich eine Art Steinwasserfall hinunterkletterten, also große Steinblöcke mehr oder weniger fest übereinandergestapelt und ohne Wasser, rief jemand aus der Gruppe:“ Steine sind hart, Wasser ist nass und ich bin ich.“ Wir stimmten alle mit ein und fanden so eine Möglichkeit, uns wieder mit dem Wesentlichen zu verbinden und aus unseren individuellen Filmen auszusteigen. Tatsächlich wurde es damit leichter, die nächsten Hindernisse zu überwinden.

In meinem „Film“ war ich die meiste Zeit mit der Energie des Berges Mamalluca verbunden. Ich fand es faszinierend, wie mir der Blick in die Natur alle wichtigen Antworten für den Moment präsentierte, wenn ich dafür empfänglich war. Beim Abstieg fand ich einen Stein, der für mich aussah, wie ein Wolfskopf und ebenso wie ein Herz. Das war vielleicht meine Art, das Team zu führen, schlussfolgerte ich. Mit genauem Beobachten und Aufnehmen der Energien jedes Einzelnen und liebevollem Ausbalancieren und Unterstützen. Das bedeutete auch, die zwischenzeitlichen Spannungen auszuhalten. Es gab Momente, in den es mir schwer viel, weil auch ich ob der langen Anspannung und Konzentration mürbe wurde.  Doch ich weigerte mich, meine Vision von einer intensiven, erfüllenden Erfahrung aufzugeben. Ich vertraute Mamalluca und mir. Mit meiner ganzen Energie fokussierte ich, dass wir alle gesund und heil wieder unten ins Tal zurückkehrten. Das war wesentlich in dem Augenblick. Nach insgesamt 10 Stunden saßen wir schließlich wieder in unserem Jeep, der uns zurück in unser Hostel brachte. Wir wurden mit einem köstlichen Dinner empfangen, welches wir nach einer ausgiebigen kalten Dusche oder einem Bad im Pool sehr genossen. Diese Auf- und Abstiegserfahrung hatte uns so viel Erkenntnisse und Auftrieb gegeben, dass wir die darauffolgenden Tage mit allen zu lösenden Herausforderungen mehr genossen. Es öffnete uns für den Kontakt mit den Einheimischen. Wir trampten durch das Tal, hatten schöne Begegnungen. Alle wagten sich aus ihrer üblichen Komfortzone hinaus, probierten etwas Neues – gingen zum Beispiel in ein Gespräch, ohne die Sprache zu sprechen, kamen mit wundervollen Geschichten, ja Geschenken und Beweisfotos zurück. Oder wir saßen an einem Platz unserer Wahl unter freiem Himmel, meditierten bzw. hörten einfach mal zu, was uns die Natur zu sagen hat – wie sehr sie es schafft, genau die passende Botschaft für jede zum richtigen Zeitpunkt zu senden- wie einfach es sein kann, zu empfangen, wie beglückend, wenn wir es nur zulassen.

Diese Reise war für mich auf jeden Fall der Höhepunkt des Jahres 2018 und mit diesem Rückblick wünsche ich allen, sich mit dem zu verbinden, was für sie wesentlich sein soll in 2019 – ich meine jenseits von guten Vorsätzen. Worum soll es gerade gehen in Ihrem Leben? Welche Erfahrung wollen Sie 2019 manifestieren?

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