Vom Tomboy zur Feministin

6. Dez, 2021

Ob ich Feministin bin? Ja klar bin ich Feministin, ich wundere mich über jeden Menschen (Mann, Frau oder divers), der es nicht ist.  

Wie meistens begann das alles, als ich klein war. Ich war nämlich ein sogenannter Tomboy, also ein Mädchen, das sich nicht entsprechend der von der Gesellschaft vorgegebenen Geschlechterrolle verhalten wollte. Ich wollte keine Röcke oder Kleider anziehen, nicht mit Puppen spielen und war froh, wenn die Leute mich für einen Jungen hielten. Ich kletterte auf Bäume, schlug mich gelegentlich mit anderen Jungs und war stolz wie Bolle, wenn ich sie besiegte. Irgendwann war ich sogar mal Anführerin einer Jungsbande.  

Natürlich war das nur die halbe Wahrheit. Denn statt mit Puppen spielte ich mit Kuscheltieren, die ich genauso einkleidete und denen ich Wohnungen baute, so wie Mädchen das mit ihren Puppen tun. Aber Puppen verachtete ich!  

Als sich mein Körper in der Pubertät drastisch veränderte, wurde ohne großes Aufheben erst eine Jugendliche aus mir und dann eine junge Frau. Ich erlebte ein weites Spektrum an Beziehungen mit unterschiedlichen Partnern und wurde gewollt früh Mutter. Mutter sein genoss ich sehr, dennoch ließ es mich die ganze Wucht unserer patriarchalen Strukturen erkennen und erleben, ohne, dass ich das damals genau hätte benennen können. In Nordamerika war ich durch mein Studium bei einem indigenen Stamm mit einer anderen Weltsicht bereits in Kontakt gekommen. Die dortige Wertschätzung und Integration des weiblichen Prinzips in sämtliche Weltanschauungsthemen hatten bei mir viel Resonanz erzeugt und zu kritischen Fragen bezüglich unserer „fortschrittlichen Kultur“ geführt.  

Zurück in Europa Anfang der 90iger Jahre interessierte mich zunehmend, wie es passieren konnte, dass wir bei allem zivilisatorischen Fortschritt die weibliche Perspektive bis zur Unsichtbarkeit an den Rand gedrängt hatten. Mir wurde auch zunehmend der Zusammenhang zwischen dieser traurigen Tatsache und den drohenden Herausforderungen für uns und unseren Planeten bewusst. In den neunziger Jahren war das Bewusstsein für die Katastrophe, auf die wir zusteuern, sehr wenig ausgeprägt und meine Bemühungen, indigenes Wissen an den Mann oder die Frau zu bringen, verhallten schnell. Die Zeit war noch nicht reif.  

Ich begann die europäische Frühgeschichte und ihre patriarchalen Wurzeln zu studieren und erlebte einen sehr fruchtbaren kreativen Austausch mit meiner Mutter, die in der zweiten Hälfte der 90er Jahre an einem Buch über die Geschichte der Ehe arbeitete. Dieses Buch mit dem Titel „Die Ehe – Seitensprung der Geschichte“ erschien 2004. In diesem Jahr gründeten wir gemeinsam auch einen Salon für Frauen, den wir 10 Jahre lang betrieben und der uns und viele teilnehmende Frauen sehr inspirierte. Ich begann 2004 in der Coaching Spirale mit dem Seminar „Das weibliche Prinzip“. Schließlich schrieb ich meine Erkenntnisse dazu in den Büchern auf, die ich mit meiner Freundin und Geschäftspartnerin in der Coaching Spirale veröffentlichte: 2006 in unserem Buch „Zu zweit“ und dann 2008 etwas ausgereifter in „Gemeinsam frei sein“. Doch die Zeit war immer noch nicht reif. Viele Frauen wollten in dieser Zeit unbedingt beruflich erfolgreich sein und arbeiteten im Grunde daran, ein besserer Mann zu werden.  

In den darauffolgenden 15 Jahren hielt ich viele Vorträge, schrieb Artikel, sprach auf Präsenz- und Onlinekongressen zum Thema Polarität der Geschlechter und weibliche Kraft. Langsam, aber unaufhaltsam, tat sich was. Mehr Frauen begannen zum Thema zu arbeiten, Angebote zu entwickeln, zu schreiben und zu sprechen. Die weibliche Stimme war leise, aber sie wurde lauter. Im Zeitalter von Social Media war auf einmal viel möglich. Frauenkreise, Bücher und Veranstaltungen wurden präsenter und dann passierte im Grunde ein Wunder: seit wenigen Jahren interessieren sich auch immer mehr Männer, vorwiegend jüngere Männer, für das Thema Geschlechtergerechtigkeit und Patriarchatskritik. Ich erhielt immer wieder Anfragen auch von Männern für das Seminar, das inzwischen „Die Kunst eine Frau zu sein“ hieß. 

Schon vor der Corona-Pandemie zeigte sich die Idee, daraus ein Online-Angebot zu entwickeln, das ortsunabhängig mehr Menschen offensteht und das auch Männer und Paare wahrnehmen können. Von der Idee zum Ergebnis durch Tun ist es mitunter ein weiter Weg. Wir freuen uns umso mehr, nun mit einem konkreten Online-Angebot zu starten, das auf der Arbeit des ganzen Teams der Coaching Spirale beruht und auf das wir stolz sind.   

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Einzel- und Teamcoaching

Beide Formate ermöglichen persönliche Weiterentwicklung, wenn Sie das wünschen. Das Aufdecken und Verstehen von unbewussten Überzeugungen führt zu anderen Handlungsmöglichkeiten und nachhaltigeren Lösungen. Ein Erleben von mehr Zufriedenheit und Souveränität sind die Folge. Dies spiegelt sich auch in Ihren Ergebnissen wider.