Was wir als Eltern über Führung lernen

4. Jan, 2018

 „Was wir von Kindern über unsere Führungsqualitäten lernen können“  Wir laden Sie herzlich ein zum Vortrag und anschließender Diskussion mit Coach und Autorin Christin Colli
Wann: 31.01.2018, 19 Uhr
Wo: The Lovers, Choriner Str. 20, 10435 Berlin

Anmeldung: Hier können Sie sich direkt anmelden.

Parallelen von Eltern und Führungskräften

Es gibt viele Parallelen zwischen Führungskräften und Eltern. Mit Kontrolle und Kommandos kommen beide heute nicht mehr weit. Alte Führungs- und Erziehungsmodelle greifen nicht mehr. Wenn wir in beiden Rollen beruflich und privat gefordert sind, dann ist dies ein Balanceakt, der viel Pioniergeist erfordert, eine echte Herausforderung darstellt und uns mitunter zur Verzweiflung treibt. Wenn wir uns aber mal die Gemeinsamkeiten zwischen beiden Bereichen verklaren, könnten wir Synergien erzeugen, nachhaltiger und weniger kräftezehrend vorankommen.

Die gute Nachricht: Grundsätzlich ist es uns immer möglich, anders zu reagieren und zu handeln. Es ist eine Frage der Entscheidung sowie der Bereitschaft, Zeit dafür zu investieren. Weil Kinder uns lieben, reagieren sie unmittelbar und wahrhaftig, spiegeln uns sehr schnell, was funktioniert und was nicht und unterstützen damit unser persönliches Wachstum. Als Eltern ist es unsere Aufgabe, ihnen einen klaren Rahmen und Orientierung für ihre Entfaltung zu geben und zu halten. Gelingt es uns, spüren wir das Glück des Elternseins, die Liebe von und zu unseren Kindern kann ungehindert fließen und wir erschaffen so ein Feld, das uns und die Kinder nährt, stärkt, verantwortungsvoll und widerstandsfähig macht.

Weil Mitarbeiter in der Regel viel Zeit auf Arbeit verbringen und ihre Aufgaben gut erledigen wollen sowie Sinnvolles beitragen wollen, brauchen diese dafür ebenso einen klaren Rahmen zu Struktur, Führung, Arbeits- und Prozessabläufen. Findet das alles auch noch in einer angenehmen Atmosphäre statt, folgen erfreuliche Ergebnisse, denn Dankbarkeit ist ein Boden, der reiche Ernte verspricht. Als Führungskraft ist es unsere Aufgabe, dem Team diese klare Ordnung und Orientierung zu geben, so dass der Arbeitsauftrag erfolgreich realisiert werden kann.

Was Führung mit Liebe zu tun hat

Aber nun der Reihe nach: Die Liebe, die Kinder und Eltern verbindet, ist viel tiefer als uns klar ist. Diese richtet sich auf Wesentliches. Alltägliches, wie nicht Einhalten von Vereinbarungen bleiben davon unberührt, denn interessanterweise lieben wir ja unser Kind, auch wenn es zum Beispiel, die Schule abbrechen will. Es gefällt uns nicht immer, was Kinder tun, doch wir lieben sie. Und mit Sicherheit geht es den Kindern genauso. Natürlich kommt es mitunter im Laufe der Jahre dazu, dass diese Liebe nicht mehr so offensichtlich für beide Seiten ist. Am Anfang sind wir Helden für unsere Kinder, doch mit der Zeit, werden wir vom Thron gestoßen, ob wir es wollen oder nicht – so wie wir es auch schon mit unseren Eltern gemacht haben. Das bedeutet aber nicht, dass die Verbindung weg ist. Sie muss nur neu definiert werden, um herauszufinden, wer und was man eigentlich sein will. Es ist ein notwendiger Schritt, ein wenig in Distanz zu gehen, um sich selbst zu finden. Oft bleiben wir dabei bis ins hohe Erwachsenalter in Verstrickungen stecken.

Entscheidend ist, bei welcher Haltung über uns selbst als Kind als auch als Eltern wir schließlich landen. Denn das, was wir über uns selbst denken, werden wir hinaustragen in die Welt. Es legt den Grundstein dafür, ob und wie wir uns in eine Führungsrolle wagen oder welche Art von Chef wir als Mitarbeiter gut finden. Oft projizieren wir unbewusst eine unförderliche Meinung über Mutter oder Vater direkt auf unsere Vorgesetzten und bekommen selbstverständlich Bestätigung über diese. Auch wenn wir jemandem beweisen wollen, dass wir ein guter Chef oder eine gute Mutter sind, agieren wir verkrampft und erzeugen Spannungen. Die Stimmung und die Ergebnisse sind entsprechend. So behindern wir unseren eigenen Flow, genauso, wie den unserer Familie oder unseres Teams. Daher lohnt es sich über seine Kontexte und deren Dynamik bewusst zu sein, weil dies die Stellschraube unserer Power ist, die wir bewegen können, wenn wir es wollen. Die Möglichkeit, die Coaching dabei bietet, wird immer noch unterschätzt.

Auch bei dem Thema Vereinbarungen kann man als Eltern viel lernen, was auch im beruflichen Kontext von Vorteil sein kann. Denn wozu dienen Vereinbarungen? Sie dienen dazu, ein klares Spielfeld zu definieren, einen sicheren Rahmen und Klarheit für Abläufe und Entfaltung zu geben. Regeln sind kein Garant dafür, dass sich alle daranhalten. Man kann nur schneller den Verstoß erkennen und hat eine Basis, auf die man sich beziehen kann. Sie sind auch kein Manipulationsinstrument, um Kinder oder Mitarbeiter zum Funktionieren zu bringen oder Ergebnisse zu erzwingen. Wann immer wir sie so einsetzten, werden wir direkt oder subtil Widerstand ernten. Wenn wir einen guten Draht zu unseren Kindern haben, sind wir vielleicht über kurz oder lang bereit, ihnen zuzuhören und ihren Argumenten eine Daseinsberechtigung zu geben, selbst wenn sie uns konfrontieren und sichtbar wird, was offensichtlich nicht funktioniert. Die Liebe, die uns mit dem eigenen Kind verbindet, führt dazu, dass wir auch mal Nachgeben können, ohne es als Schwäche und Niederlage zu werten. Idealerweise ist es dann möglich, gemeinsam Vereinbarungen auszuhandeln, die passend zur individuellen Situation der Familie sind. Damit ist nicht gemeint, dass die Kinder zu Bestimmern werden und uns dominieren, aber dass man sie für würdig hält, zumindest mit zu kreieren und ihr Beitrag als wertvoll für das ganze Familiensystem angesehen wird. Elternsein bietet somit ein Experimentierfeld für:

  • konstruktive Auseinandersetzung,
  • das Finden kreativer unkonventioneller Lösungen
  • Innovation unter aktiver Beteiligung aller
  • Berücksichtigung des unterschiedlichen Erfahrungsstandes.

Wenn Kinder sich verstanden und gehört fühlen, agieren sie sofort zugewandt und halten sich voller Commitment an das gemeinsam Vereinbarte für eine gewisse Zeit. Das Nichteinhalten von Regeln könnte man im Grunde als unbewusste Gesprächseinladung interpretieren. Manchmal ist diese Aufmerksamkeit durch ein Gespräch tatsächlich alles, worum es geht und im Anschluss daran, werden Vereinbarungen wieder eingehalten. Ein anders Mal ist es ein Hinweis darauf, Sachen erneut auf den Prüfstand zu stellen und den Bedarf nach Feinschliff und Optimierung des Rahmens ernst zu nehmen.

Und könnte es sich nicht ebenso im beruflichen Kontext verhalten? Vergeben wir uns als Teamleiter oder Geschäftsführer wirklich so viel, wenn wir nicht nur ansprechen, was nicht funktioniert, sondern zugewandt, erst einmal individuell würdigen, was gut funktioniert, und danach von Zeit zu Zeit bereit sind, die jeweilige Prozess- und Führungsstruktur richtungsweisend und dennoch ressourcenoffen statt immer ressourceneinsparend zu hinterfragen? Wir könnten dazu die Erfahrung der Mitarbeiter einbeziehen und ihnen etwas zuzutrauen.

Macht für Gutes nutzen

Ist es überhaupt noch tragfähig, sie mit vorgebenden Regelkorsetten, Druck, noch mehr Projekten, energiebindenden Meetings beschäftigt zu halten? Treibt nicht genau das Menschen in den Burn-out oder aus dem Unternehmen weg? Oft unterschätzen diejenigen mit der Macht, welch großes Gewicht ihr Reden und Wirken hat. Macht ist leichter von unten spürbar. Diejenigen, die sie haben, merken es nicht und glauben daher entweder, diese demonstrieren zu müssen oder halten sich zu sehr zurück. Beides verunsichert, nervt und hat Konsequenzen, unter denen sowohl Angestellte, Kinder und Ergebnisse leiden. Kindern und auch Mitarbeitern ist in der Regel sehr bewusst, dass Eltern und Führungskräfte mehr Macht haben als sie selbst.

Beide sind durchaus bereit, dies zu respektieren, wenn es dazu beiträgt, dass jeder seinen Platz und seine Rolle findet und ausfüllen kann.Und ist es nicht so, dass wir als Eltern oft auch unseren Kindern dienen, in dem wir ihre Wäsche waschen, ihnen Essen kochen bis hin zu jahrelangem Fahrservice u.v.m.? Auch in einer Führungsposition würden wir uns nichts vergeben, wenn wir ab und zu dem Gedanken, unserem Team zu dienen, Macht verleihen. In unteren Führungsebenen wird dies oft eher praktiziert als in oberen.
Gute Chefs und gute Eltern meistern die Balance zwischen liebevollem und klaren Fördern und Fordern und geben so ein Beispiel. Das sind die Leuchttürme unserer Zeit, die wir so dringend brauchen.

Wir freuen uns auf Sie!

Lernen Sie uns doch einfach kennen. Egal welche Frage Sie haben oder ob Sie sich einfach nur im allgemeinen rund um Coaching Ausbildung, unser Seminarangebot oder Coaching an sich informieren möchten, wir sind für Sie da.

Rufen Sie uns an oder senden eine E-Mail.

Telefon: 030 - 79 40 33 92

Coaching Ausbildung

Diese Weiterbildung ist unser Angebot, profundes Wissen über Kommunikation und Gestalten von Realität für sich und andere nutzbar zu machen, um Verständigung und Kooperation im privaten und gesellschaftlichen Kontext zu bewirken. Die Methodik unserer praxisorientierten Ausbildung zum Coach ermöglicht fokussiertes Handeln und damit bewusste Einflussnahme auf die Lösung der Probleme unserer globalen Welt.

Einzel- und Teamcoaching

Beide Formate ermöglichen persönliche Weiterentwicklung, wenn Sie das wünschen. Das Aufdecken und Verstehen von unbewussten Überzeugungen führt zu anderen Handlungsmöglichkeiten und nachhaltigeren Lösungen. Ein Erleben von mehr Zufriedenheit und Souveränität sind die Folge. Dies spiegelt sich auch in Ihren Ergebnissen wieder.

Xing
Schreiben Sie uns
SOCIALICON
SOCIALICON