Female Choice – Eine bewusste Wahl

1. Aug, 2018

Viele Frauen kennen das Gefühl, dass sie unbewusst darauf warten, vom „Richtigen“ angesprochen zu werden oder aber auch, dass sie sich selbst erst als wertvoll empfinden, wenn ein Mann ihnen sagt, dass sie schön sind oder etwas können. Was dabei in Vergessenheit gerät, ist der Umstand, dass es nicht immer so war und von der Natur auch so nicht vorgesehen ist. Wir sprechen dabei über Female Choice. Was auch in Anbetracht von #metoo mehr und mehr an gesellschaftlicher Bedeutung gewinnt.

Entdeckung mit Sprengkraft
Welche Dimension sich hinter dem schlichten Begriff „female choice“ verbirgt ist auf den ersten Blick alles andere als offensichtlich.
Das liegt unter anderem daran, dass der Begründer der Evolutionsbiologie Charles Darwin die von ihm entdeckte „female choice“, „sexuelle Evolution“ nannte, was im viktorianischen Zeitalter einem Tabubruch gleichkam und der ganze Ansatz deswegen schnell wieder aus dem öffentlichen Bewusstsein verbannt wurde. Nur Darwins These von der „natürlichen Selektion“ überdauerte den Widerstand, den die Evolutionstheorie insgesamt hervorrief und wie wir wissen feiert dieser Widerstand in einigen Ländern gerade fröhliche Urstände. In den USA und in der Türkei wird die Evolution zum Teil in Schulen schon nicht mehr unterrichtet.
Die in Vergessenheit geratene sexuelle Selektion (oder female choice) ist dabei aber ein entscheidender Einflussfaktor der Evolution. Female Choice bedeutet, dass bei Primaten das Weibchen durch verschiedenste Mechanismen darüber entscheidet mit wem sie sich paart und wann und/oder welcher Samen zu einer erfolgreichen Befruchtung führt und welcher nicht. Das weibliche Wahlrecht ist also ein eingebautes Naturgesetz. Die Reproduktion des Lebens ist die Basis der Evolution.

Female Choice in der Tierwelt
Nehmen wir das Beispiel der Rothirsche. Als Platzhirsche, die mit ihren stolzen Geweihen eindrucksvolle, martialisch wirkende Rangkämpfe austragen, werden sie häufig als „Patriarch“ oder als „Chef“ bezeichnet. Aber auch der Hirsch kann sich nicht gegen den Willen der Hirschkuh mit ihr paaren und sie paart sich am Rande des Kampfplatzes auch mit anderen Hirschen. Denn ein einzelnes Männchen hat keine Handhabe, alle Weibchen gleichzeitig unter Kontrolle zu bekommen. Erst durch die Fortschritte in der genetischen Forschung stellte sich die Überzeugung der Wissenschaftler, dass nur das im Kampf siegreiche Alphamännchen die Weibchen begatten würde als vollkommen falsch heraus. Hirsche kümmern sich auch nicht um die Ernährung ihrer Kinder oder bestimmen über sie; wie es echte Patriarchen tun. Dennoch ist der männliche Hirsch ein zufriedenes und eindrucksvolles Tier.

Die matrifokale Sippe als stabilste Gesellschaftskonstruktion
Beim Menschen wurde die female choice oft dahingehend fehlgedeutet, dass sie dazu da sei, dass die Frau einen starken Mann auswählen muss, der sie und ihre Kinder am besten ernähren kann. Diese Deutung beruht auf der falschen Annahme, dass es schon in der Altsteinzeit die patriarchale Familie bestehend aus Vater, Mutter, Kind gab. Die Menschen lebten aber in matrifokalen Sippenverbänden zusammen in denen diejenigen miteinander verwandt waren, die von der gleichen Mutter abstammten. Es gab weder Väter noch Ehemänner.
Mütter waren nicht isoliert und alleine zuständig für ihre Kinder, sondern alle sorgten gemeinsam für Schutz, Fülle und optimal verteilte Aufgaben. Es blieb Zeit für Spiel, Kunst, Beobachtung der Zyklen des Kosmos und natürlich auch für Sexualität. Diese fand losgelöst von Existenz- und Versorgungsthemen statt. So wurde die Sexualität von Verpflichtungen und Abhängigkeiten verschont. Sie folgte natürlicherweise der Wahl der Frau – female choice – und endete auch nicht mit Heirat oder Schwangerschaft. In diesem Wissen steckt eine enorme Sprengkraft, da sie unser heutiges patriachales Weltbild auf den Kopf stellt und herausfordert so Gabriele Uhlmann, Patriachatsforschering und Antrophologin

Female Choice eine bewusste Wahl
Bis sich die female choice die Evolution zurückerobert wird es wohl noch eine Weile dauern. Unverkennbar aber ist, dass sie ein so grundlegendes Prinzip der Natur ist, dass ihre Unterdrückung langfristig zu viele und zu große Probleme hervorbringt.
Auch in unseren aufgeklärten westlichen Gesellschaften ist die female choice den wenigsten Frauen bewusst. Viele, vor allem junge Frauen, erhoffen sich nach wie vor von einem Prinzen erwählt zu werden und diesem für immer treu zu sein. Außerdem wird eine Frau, die ihre female choice selbstbewusst ausübt in der Regel in die Schmuddelecke gestellt.

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Literatur:
Gabriele Uhlmann: female choice – unser Menschenrecht (Braunschweig, Oktober 2015, erweitert Juni 2018)
Steffanie Müller: Abgeschnitten von der Female Choice. Dem Patriarchat ein Schnippchen schlagen

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